Hamburgs großes Neubau-Quartier in Wandsbek-Bramfeld

17. Februar 2022

Hamburg-Wandsbek sagt man nach, widersprüchlich und bescheiden zu sein. Auch interessant und anziehend, sagen die Hanseaten. Das Neubauprojekt an der Bramfelder Chaussee wird bei den Stadtteilbewohnern und überhaupt in der ganzen Stadt für reichlich spannenden Gesprächsstoff sorgen, verändert sich Wandsbek doch damit zu einem Ort, der schöner wird. Vielleicht noch interessanter und anziehender. Hier, im Nordosten Hamburgs, im Stadtteil Bramfeld, entstehen 1000 Wohnungen mit einem Quartiers-Park und ein großes Bürogebäude. Wandsbek im Wandel.

Die Bramfelder Chaussee ist eine der sogenannten Magistralen, an der auch die Otto Group beheimatet ist. Sie stemmt mit 40 000 Fahrzeugen pro Tag jede Menge Autoverkehr – so wie die anderen Ausfallstraßen der Stadt auch. Bei den großen Straßen, die aus Hamburg weg- und hinführen, sehen Stadtplaner seit Langem Bedarf, die Feder anzusetzen: Die Magistralen sollen lebenswerter und freundlicher werden. Das riesige Bauprojekt schafft da klare Fakten. Es gliedert sich auf in die Bebauung am Moosrosenweg Süd, wo die Evoreal Projektentwicklung GmbH 550 Wohnungen errichtet. In der „Bramfelder Spitze“ macht das Grundstück, was den Zuschnitt betrifft, seinem Namen alle Ehre. Dort entsteht ein großes Bürogebäude. Bauherr ist ebenfalls die Evoreal. Die Quantum Projektentwicklung investiert in weitere Wohnungen im Moosrosenweg Nord und macht die 1000 voll.

Evoreal / KPW Architekten/Bloomimages

Projektlaufzeit 2017 – 2028: So sieht der zeitliche Rahmen für das Mega-Projekt am Moosrosenweg Süd aus. Markante Baukörper mit 4 bis 6 Geschossen beherbergen später Mieter, aber auch Eigentümer. Der Plan ist ein klassischer Mix aus einem Drittel Mietwohnungen, einem Drittel gefördertem Wohnungsbau und einem Drittel Eigentumswohnungen. Ins Quartier ziehen auch Auszubildende und Studierende ein. 96 Plätze sind hier für sie in einem Wohnhaus vorgesehen. Baubeginn soll im Frühjahr 2023 sein, Fertigstellung im Jahr 2025. Bodentiefe Fenster prägen die Fassaden, Balkone bekommen einen schönen Blick, denn: Wandsbek soll lebenswerter werden. Deshalb entstehen im Quartier grüne Stadthöfe und öffentliche Parks.

Evoreal / KPW Architekten/Bloomimages

Grünes Ambiente im Quartier durch Parkcharakter

Sich kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen: Eine Arena mit vielen Sitzstufen gibt den neuen Bewohnern den nötigen Raum dafür. Eine Wasserfläche und viele Bäume und Bodendecker sollen das grüne Wohnambiente schaffen und für ein Drumherum mit viel Aufenthaltsqualität sorgen. Auch für die Kleinen, die sich demnächst auf Kinderspielplätzen tummeln können, wenn sie aus der neuen Kindertagesstätte kommen. Eine Bruttogrundfläche von 55 000 m² und eine Grundstücksgröße von 22.000 m² sind für all das groß genug.

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Bürogebäude an der Bramfelder Spitze  

Der Moosrosenweg ist noch Zukunftsmusik, das andere schon real: In der Bramfelder Spitze sind Pläne auf dem Reißbrett bereits zur Wirklichkeit geworden. Nach der Grundsteinlegung im August 2020 soll schon im Sommer das IT-Unternehmen Aquinet in das Bürogebäude einziehen und richtet dort seine Zentrale ein. So bleibt ein Hamburger Unternehmen in Hamburg und findet einen neuen Firmensitz in dem markanten dreieckigen Gebäude, das an der Chaussee ganz sicher zum architektonischen Hingucker wird. Durch die Höhenstaffelung des Baukörpers entstehen Balkone und Dachterrassen. Das „Innere“ ist für eine großflächige Vermietung optimiert, aber möglich ist auch die Teilung in kleinere Einheiten. Ins Erdgeschoss soll Gastronomie einziehen, die nicht nur den Mietern zugänglich ist.

Geplant haben Hanseaten für Hanseaten: Das Hamburger Büro KPW Papay Warncke und Partner gewann den 1. Preis beim städtebaulichen Wettbewerb „Moosrosenweg“. So entstehen entlang der Marginale Backsteingebäude in gemütlicher und moderner Optik. In der Stadt ist das Architekturbüro kein unbekanntes, plant es doch an vielen Stellen: den Umbau historischer Speichergebäude am Sandtorkai und Neubauten im Hamburger Kontorhausviertel. Und vieles mehr.

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Wandsbeks viele Gesichter

Also: Hamburg-Wandsbek sagt man ja nach, widersprüchlich und bescheiden zu sein. Und, wie schon erwähnt, auch interessant und anziehend. Dabei muss man wissen, das Wandsbek aus zehn Stadtteilen besteht, einer davon ist Bramfeld. Mit 50 000 Einwohnern kann man getrost von einer Stadt in einer Stadt sprechen. Viele „Gesichter“ finden sich hier, die einen grün, die anderen grau. So gibt es in Bramfeld das Gut Karlshöhe, das auf rund 9 000 m² mit seinen Wäldern, Weiden, Schafen und Hühnern eine Ruhe-Oase in einem lebendigen Vorort bietet. Das Kulturzentrum „Brakula“ hat seinen Sitz in einem 130 Jahre alten Bauernhof und ist das erste und größte Stadtteil-Kulturzentrum in Hamburgs Nordosten.

Schlendern wir weiter ins Quarree Wandsbek mit seinen rund 90 Geschäften, Restaurants und Cafés. Der Marktplatz ist ein weiterer Treffpunkt für die nordöstlichen Hanseaten und liegt gleich nebenan – mit einem Wochenmarkt, der Wandsbeker Tradition ist. Langeweile? Kaum. Die Lage ist verkehrsgünstig, liegen die A 1 und die A 24 doch recht nah. Das Auto kann man in zwei angrenzenden Parkhäusern abstellen. Was man in Wandsbek noch gesehen haben muss? Viele Spazierwege. Warum Wandsbek interessant und anziehend ist? Weil es so urban, grün und gleichzeitig geschäftig ist. Ein guter Ort für spannende Neubauprojekte.

Zum Beispiel „PAUL“, ein Bauvorhaben in der Vermarktung von Thomas Klinke Immobilien. Hier entstehen 26 Eigentumswohnungen, die voraussichtlich Ende 2023 bezugsfertig sind.

Finden Sie weitere Neubauprojekte in Hamburg und Umgebung auf dem neubau kompass.

Text: Andrea Hunkemöller

Titelbild: Evoreal / Urheber KPW Architekten/Bloomimages