Tiny-House-Siedlung „Elborado“ in Bleckede an der Elbe: Interview mit Projektleiter Daniel Lippke

27. September 2021

Mit dem Neubauprojekt „Elborado“ entsteht in Bleckede auf einem 25.000 m² großen Grundstück eine der größten Tiny-House-Siedlungen rund um Hamburg. Bereits im nächsten Jahr soll der erste Bauabschnitt mit 36 Wochenend- bzw. Ferienhäusern fertiggestellt sein – abhängig vom Verkaufsfortschritt folgt dann der zweite Abschnitt. Wir haben mit dem Projektleiter Daniel Lippke gesprochen.

Im Interview mit neubau kompass: Daniel Lippke

Herr Lippke, was hat Sie inspiriert, in Bleckede eine Tiny-House-Siedlung zu bauen?

Daniel Lippke: Auf der Suche nach einem geeigneten Rückzugsort im Grünen bin ich über einen wunderschön gelegenen, allerdings sehr heruntergekommenen Campingplatz gestolpert. Gemeinsam mit einem befreundeten Architekten habe ich mit der Projektierung einer zeitgemäßen Tiny-House-Siedlung begonnen, die unseren Vorstellungen eines idealen Rückzugsortes entsprach.

Welche Merkmale kennzeichnen Tiny Houses und warum sind sie momentan so gefragt?

DL: Insgesamt kann man das am besten mit „Der Reduktion des Lebensraums auf das Wesentliche“ beschreiben. Tiny Houses sind momentan im Trend, weil minimiertes Leben und Wohnen schon fast eine Art von Lebenseinstellung geworden ist, die nun auch Deutschland erreicht hat.

Reduziert Wohnen im Grünen: Das bieten die Tiny Houses in Bleckede an der Elbe. (Bild: Elborado)

Käufer haben die Wahl zwischen den Tiny-House-Varianten „Elbo“ und „Rado“. Wer hat sich die Designs überlegt und welche Unterschiede gibt es bei der Innenausstattung?

DL: Wir haben inzwischen einen eigenen Architekten, der die Entwürfe macht. Teilweise haben wir auch Kundenwünsche mit einfließen lassen und umgesetzt. Zusätzlich haben wir uns natürlich auch noch von der Natur und der idyllischen Umgebung in Bleckede inspirieren lassen.

Die Tiny Houses sind voll ausgestattet, können aber natürlich auf Kundenwunsch individuell angepasst werden. Der Käufer muss sich letztendlich nur um die Möbel kümmern. Küche sowie Bad gehören zu der Standardausstattung. Die Ausstattungsvarianten findet man auf unserer Internetseite www.elborado.com

Die Tiny Houses sind voll ausgestattet – nur um die Möblierung müssen sich Käufer selbst kümmern. (Bild: Elborado)

Welche Materialien kommen beim Bau zum Einsatz?

DL: Wir bevorzugen natürliche Materialien wie z.B. Holz. Man kommt aber auch bei ökologischster Bauweise leider sehr schnell an einen Punkt, an dem einen die harte Realität einholt. Zum Beispiel bei der gesamten Elektroinstallation. Die Kabel sind nun mal aus Kupfer und Plastik ummantelt, sonst bekommen wir gar keine Abnahme. Das lässt sich leider auch nicht ändern.

Wie ökologisch sind die Tiny Houses?

DL: Wir erreichen Werte wie ein gut gedämmtes Einfamilienhaus, aber nicht wie ein Passivhaus. Da wir in der Größe nicht wachsen dürfen, würde jede weitere Dämmmaßnahme zu Lasten der Wohnfläche gehen und das ist bei Tiny Häusern, wie der Name ja schon suggeriert, nicht ganz so einfach. Wir haben da aber einen guten Kompromiss gefunden. Zum Beispiel kann man unsere Fenster auch 3-fach verglast bekommen.

Die Tiny-House-Variante „Rado“ verfügt optional über ein Panoramafenster und einen Kamin. (Bild: Elborado)

Wie viel kostet ein Wochenende in den Tiny Houses?

DL: Das ist eine Entscheidung, die jeder Hausbesitzer selbst treffen soll. Momentan kann aber von folgenden Übernachtungspreisen pro Haus, pro Nacht, unabhängig von der Belegung, ausgegangen werden: Rado 115,00 € und Elbo 140,00 €.

Haben Sie den Bau von weiteren Tiny-House-Siedlungen geplant?

DL: Die Idee besteht bereits, aber die Planung einer weiteren Tiny-House-Siedlung hat noch nicht begonnen. Das Problem ist geeignete Grundstücke zu finden und Gemeinden, die so ein Projekt gerne begleiten würden. Baurechtlich ist ein Tiny House ein ganz normales – wenn auch kleines – Haus und unterliegt daher den gleichen bauaufsichtlichen Bestimmungen wie ein normal großes Haus.

neubau kompass: Herr Lippke, vielen Dank für das Interview.

Titelbild: Elborado

Interview: Janek Müller

Ein weiteres, spannendes Projekt ist das Bauvorhaben TINY FLATS in Hamburg-Eimsbüttel.

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