Baustart von ROOTS: Deutschlands höchstem Holzhochhaus in Hamburg

28. Januar 2021

Wo früher Docks und alte Lagerhallen waren, entsteht heute das größte Holzhochhaus Deutschlands: das „ROOTS“ in der schönen Hamburger HafenCity. Ein außergewöhnliches Bauvorhaben, das neben Büroräumen und Gastronomie auch neuen, begehrten Wohnraum auf 19 Etagen bietet. Wir verraten Ihnen alle spannenden Facts zum Neubau-Projekt in der Hansestadt …

Hamburgs neuester Wolkenkratzer

„Close to heaven, down to earth“ – unter diesem Motto steht das stolze, 65 Meter hohe Neubau-Projekt, realisiert von den Projektentwicklern und Bauherren von Garbe Immobilien-Projekte mit einem Investitionsvolumen von 140 Millionen Euro. Das Holzhochhaus „ROOTS“ soll für die Sehnsucht nach Natur und Authentizität, Freiheit, Qualität und für ein Gefühl von Geborgenheit stehen. Es repräsentiert die Zukunft und geht dabei bewusst zu den Wurzeln zurück – eine gelungene Symbiose aus Modernität und Tradition sowie aus Umwelt und Urbanität. „ROOTS“ bietet ein außergewöhnliches Hochhausfeeling, das Coolness, Weite und Behaglichkeit ausstrahlt. Die spannende Architektur des Gebäudes wird von den Hamburger Architekten von Störmer, Murphy and Partners umgesetzt. Übrigens sollte „ROOTS“ ursprünglich „Wildspitze“ heißen – der neue Name soll das Bauvorhaben international besser vermarkten lassen.

Bild: Störmer, Murphy and Partners

Mit der Natur im Einklang

Das imposante Gebäude begeistert mit einem spannenden Materialmix aus Holz, Glas und Licht. Das Unter- und Erdgeschoss sowie die Erschließungskerne des Hybridhauses (Bauteile nur teilweise aus Holz) werden als stabile Stahlkonstruktion umgesetzt – die Haus-Fassade, Decken und Zimmerwände in den Obergeschossen bestehen aus nachwachsendem, robustem Nadelholz (davon 4430 m3 Brettsperrholz und 820 m3 Sonderhölzer). Eine zweite, wie eine Haut anliegende Glas-Fassade sorgt für einen guten Brand-, UV- und Feuchteschutz. Der Garbe-Geschäftsführer Fabian von Köppen erklärt: „Wir verbauen 5.500 Kubikmeter Holz. Das Spannende an der Sache ist, dass diese 5.500 Kubikmeter innerhalb von 23 Minuten in Deutschland nachwachsen.“ Auch werden durch die Verwendung von Holz, statt von anderen Baumaterialien, voraussichtlich 26.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart. Diese hohe Zahl würde normalerweise bei der Herstellung, beim Transport oder bei der Entsorgung anderer Baumaterialien anfallen. Der Vorteil mit dem Bauen von Holz ist, dass hier viele Module schon vorher in Werkstätten angefertigt werden können und die Wetter-Abhängigkeit beim Bauen sowie Schmutz und Lärm für Anwohner deutlich abnehmen.

Bild: Störmer, Murphy and Partners

“ROOTS“ ist Meilenstein für eine nachhaltige Bauweise und wird sogar von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit ca. 492.000 Euro gefördert. Zudem hat das Holzhochhaus das Umweltzeichen in Platin der HafenCity erhalten, welches für besondere Leistungen beim umweltfreundlichen Bauen, wie z. B. für den Einsatz von nachhaltigen Bauprodukten, steht. Doch die naturfreundliche Konzeptionierung des Projektes bringt auch kritische Stimmen hervor: 3 Holzfirmen wollten nicht am Bau beteiligt sein, da sie das Projekt als nicht umsetzbar erklärt haben. Jetzt übernimmt der Tiroler Holz-Spezialist Rubner Holzbau die Realisierung.

Bauen mit Holz hat einen stolzen Preis: Mit dem Natur-Rohstoff ist „ROOTS“ 12 Prozent teurer als Betonbau, deshalb kosten die Eigentumswohnungen auch zwischen 9.000 und 14.000 pro Quadratmeter.

Holz ist gut für das Klima

Holz ist nicht nur umweltfreundlich und speichert während des Baumwachsens Kohlenstoffmonoxid, sondern auch nachdem der Baum gefällt ist zwischen 40 und 100 Jahre lang Kohlenstoff im Inneren. Besonders in stetig wachsenden, dicht bevölkerten Metropolen wie Hamburg, kommt das dem Klima sehr zugute. Auch Asthmatiker und Allergiker profitieren von dem guten Raumklima und von der angenehmen Luftfeuchtigkeit.

Wohnen mit Ausblick und hohem Komfort

Bild: roots Hamburg

Neben dem nachhaltigen Holzbau, begeistert vor allem der wunderschöne, unverbaubare Ausblick auf den Hafen, die Elbe, die Innenstadt und die Elbphilharmonie, den man von den oberen Etagen und 181 Wohnungen aus genießen kann. Geplant sind 128 Eigentumswohnungen mit Wohnflächen von 53 m² bis 150 m² sowie 53 öffentlich geförderte Wohnungen für Menschen mit geringerem Einkommen. Die Anwohner des Hauses profitieren, neben gastronomischen Angeboten und stationären Carsharing-Plätzen in der Tiefgarage, von einer schön gestalteten Lobby im Stil eines Boutique-Hotels mit Concierge-Service, einem Yogaraum mit Terrasse zum Entspannen sowie von einem begrünten, idyllischen 600 m² großen Innenhof.

Bild: Störmer, Murphy and Partners

Die Eigentumswohnungen zeichnen sich durch eine offene, großzügige Raumaufteilung, hohe Decken und jede Menge Helligkeit aus. Die Innenausstattung begeistert mit Highlights wie Smart Home-Technik, Unterputzarmaturen, modernen, großen Fliesen, durchgefliesten Duschen und teilweise Doppelwaschtischen. Der Boden wird mit Echtholz-Parkett in Dielenoptik ausgelegt. Jede Wohnung verfügt zudem über eine eigene Loggia mit verschiebbaren Glaselementen, die vor Wind und Wetter schützen sollen. Sonnenstrahlen sowie Afterwork Drinks lassen sich hier bei einem fantastischen Ausblick genießen. In den unteren Etagen des Hochhauses (auf ca. 4000 m²) zieht zudem die Wildtier Stiftung, mit Büros sowie einem Ausstellungszentrum, ein. Die Hamburger Architekten von Störmer, Murphy and Partners: „Mit einem Ausstellungszentrum zum Thema Naturschutz und Wildtiere erhält Hamburg ein bedeutsames Zentrum, das Menschen für die Natur und die Artenvielfalt begeistert und sie für deren Schutz sensibilisiert.“

Die Lage HafenCity

Bild: roots Hamburg

Schöne, opulente Villen, viel Grün, Flüsse, Fleete und Seen – die Hansestadt Hamburg hat viel zu bieten. Besonders in der neuen HafenCity ist einiges los: Hier treffen Wohn- und Büroimmobilien auf Freizeiteinrichtungen, Kultur, Shopping und ein breites Gastronomieangebot. Nicht weit entfernt vom Neubau-Projekt, direkt am Wasser, liegt auch die architektonisch schöne Elbphilharmonie, die ein echtes Highlight ist. Nur einige Gehminuten und nördlich von „ROOTS“ entfernt, liegt zwischen Brücken und Kanälen die historische Speicherstadt mit ihren typisch hanseatischen Backstein-Lagerhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Hamburger Traditionshäuser wie die alte „Kaffeerösterei“ und das historische Teehaus „Teekontor“ sind hier nur einige von vielen Hamburger Urgesteinen. Das grüne Herz der HafenCity ist der Lohsepark, der sich auf etwa einem halben Kilometer erstreckt und neben einem Spielplatz auch rund 60 Obstbäume, die von jedem abgeerntet werden dürfen, bietet. Wer Lust auf Shopping hat, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Die Einkaufsmeile der HafenCity, auch Überseeboulevard genannt, bietet jede Menge Geschäfte, Restaurants, Cafés, Galerien und vieles mehr.

Die Fertigstellung

Das „ROOTS“-Holzhochhaus wird im 1. Quartal 2024 fertiggestellt und ganze 30 Meter höher als das „Skaio“ in Heilbronn sein, das aktuell noch das höchste Holzhochhaus Deutschlands ist.

Ein aktuelles, spannendes Neubau-Projekt ganz in der Nähe von „ROOTS“ ist das Bauvorhaben „FRANK in der HafenCity“.

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Bild: Grossmann & Berger Hamburg

Titelbild: Störmer, Murphy and Partners