Internationale Auszeichnungen für neues Stadt-Quartier Oberbillwerder

23. Juni 2020

Noch bevor überhaupt der erste Spaten in den Boden gestochen hat, ist Hamburgs neues geplantes Stadt-Quartier Oberbillwerder bereits mit wichtigen Architekturpreisen überschüttet worden. Unter anderem gilt es als „Future Project of the Year“ – Zukunftsprojekt des Jahres. Noch nie bekam ein städtebauliches Projekt diese internationale Auszeichnung. Aber nicht jeder freut sich über Hamburgs künftigen 105. Stadtteil mit seinen geplanten rund 7.000 Neubauwohnungen und bis zu 5.000 Arbeitsplätzen. Lesen Sie mehr zum aktuellen Stand der Projektentwicklung im Osten der Hansestadt.

Das Highlight internationaler Anerkennung konnte die städtische Projektgesellschaft IBA Hamburg GmbH Anfang des Jahres verkünden: Der Masterplan zu Oberbillwerder, „the connected city“, ist in Amsterdam mit dem „Future Project of the year“ ausgezeichnet worden.

Grüne Idylle und moderne Architektur auf den Visualisierungen zu Hamburgs 105. Stadtteil. Bild: Adept

Zum ersten Mal in der Geschichte dieses renommierten Preises, der im Rahmen des World Architecture Festival vergeben wird, ging er an ein städtebauliches Projekt. Wer auf diesem Festival vertreten ist, muss sich gegen eine internationale hochkarätige Konkurrenz durchsetzen. Und wer einen Preis auf diesem größten internationalen Architektur-Festival ergattert, vergeben von einer Jury aus weltweit renommierten Architekten und Künstlern, kann etwas besonderes vorweisen. Im Fall Oberbillwerder hat die Jury die „städtebauliche Antwort mit atemberaubender Kompetenz und Vorstellungskraft auf die ernsthaften Probleme unserer Zeit“ beeindruckt.

Visualisierung Oberbillwerder: Adept

Damit sind im Wesentlichen die Ansätze „Connected City“ und „Active City“ gemeint. Während „Connected City“ sich auf grünen Freiraum als verbindendes Element zwischen den einzelnen Stadtteil-Clustern bezieht, legt „Active City“ den Fokus auf Gesundheit, Sport und Bewegung innerhalb des gesamten Quartiers. Erreicht wird das laut Masterplan durch großzügig angelegte Freiräume, so wenig Autos wie möglich innerhalb des Viertels und die Etablierung von Unternehmen aus den Bereichen Sport, Gesundheit und Ernährung. Ergänzend soll es barrierefrei zugängliche Bewegungsangebote für alle Bewohner geben.

Im Rahmen der „Connected City“ sind Quartiersplätze und Parks als verbindendes Element der komplett unterschiedlichen Bereiche innerhalb des Quartiers vorgesehen. Geplant sind insgesamt fünf „Quartiere innerhalb des Quartiers“. Jedes hat eine unterschiedliche thematische Ausrichtung und wird unterschiedlich hohe und unterschiedlich gestaltete Gebäude bekommen. Es wird Geschosswohnungsbau geben, Stadthäuser und freistehende Einfamilienhäuser. Grüne „Loops“, damit sind begrünte Freiflächen und Parks gemeint, werden sich als grünes Band durch den Stadtteil ziehen und soziale Einrichtungen, Freizeitangebote und Geschäfte miteinander verbinden.

Umweltfreundliches Mobilitätskonzept

Komplett autofrei wird Oberbillwerder nicht werden – das Konzept sieht allerdings vor, dass so wenig PKWs benötigt werden wie möglich. Haltestellen von S-Bahn und Bus befinden sich im Quartier und bieten optimale Anbindungen nach Bergedorf. Die „Mobility Hubs“ (Parkplätze für Bewohner und Gäste) bieten die Möglichkeit, das Auto abzustellen und auf Shuttlebusse, Fahrräder oder E-Bikes umzusteigen, um ans Ziel zu kommen. Gleichzeitig sind die geplanten 11 Mobility Hubs im Quartier Nahversorgungszentren, Nachbarschaftstreff und Kulturräume. Wer ins neue Stadt-Quartier nach Oberbillwerder zieht, profitiert von perfekten Anbindungen zum Hauptbahnhof. Rund 16 Minuten dauert die Fahrt dorthin.

Auszüge aus dem Masterplan zu Hamburgs 105. Stadtteil Oberbillwerder

Internationales Planungsteam

Der Masterplan Oberbillwerder, das erste internationale Stadtentwicklungsprojekt, das den Future Award of the year erhalten hat, wurde entwickelt von einem internationalen Team. Dazu gehören das dänische Büro Adept mit den niederländischen Landschaftsarchitekten Karres en Brands, Transsolar, den Experten für Klimatechnik, (Deutschland) und dem Ingenieur-Büro Happold und Kraft.

Der Future Award of the year ist nicht die erste Auszeichnung, welche das Team für den Masterplan bekommen hat. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit hat das Projekt „Oberbillwerder“ mit der höchsten Auszeichnung „Platin“ vorzertifiziert. Im vergangenen Jahr ist das Vorzertifikat vergeben worden. Dazu Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Oberbillwerder soll ein Modellstadtteil mit naturnahem Wohnen, architektonisch vielfältig und vor allem bezahlbar für Menschen aller Einkommensgruppen sein. Ich freue mich sehr über die fachliche Anerkennung des Gesamtkonzepts, die bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Bürgerbegehren gegen Oberbillwerder

So herausragend Hamburgs 105. Stadtteil auch sein mag – nicht jeder ist für die neue „Smart City“. In Billwerder haben sich zahlreiche Bürger zusammengeschlossen und fordern in einer Unterschriftsaktion, dass das Projekt auf Eis gelegt wird. Hintergrund: die Natur im Marschland und seltene Arten sollen geschützt werden. In der vergangenen Woche hat die Bezirksversammlung das Bürgerbegehren angenommen. Ob dieser Entscheid letzten Endes Auswirkungen auf den Baustart hat, bleibt allerdings abzuwarten. Geplant ist laut Senat der Beginn der Vorbereitungsarbeiten ab 2021 und ab 2023 sollen die Bauarbeiten für die ersten Neubauwohnungen beginnen.

Das gesamte Stadt-Quartier mit allen Einrichtungen, Hubs, Kitas und Läden soll bis zum Jahr 2040 abgeschlossen sein. Oberbillwerder mit einer Gesamtfläche von 124 Hektar ist nach der Hamburger HafenCity das zweitgrößte Stadtentwicklungsprojekt in der Hansestadt. Die geplanten rund 7.000 Neubauwohnungen werden dazu beitragen, neuen und dringend benötigten Wohnraum in Hamburg-Mitte zu schaffen. Bis die ersten Einheiten fertig sind, wird es zugegebenermaßen noch etwas dauern. Werfen Sie in der Zwischenzeit einen Blick auf weitere Neubauprojekte in der Hansestadt, zum Beispiel „Tönninger Weg 89a“ in Hamburg-Osdorf (Foto).

Neubauprojekt „Tönninger Weg 89a“. Bild: NCC Immobilien

Wer sich hier für eine Wohnung entscheidet, kann sofort einziehen. Alle 6 Eigentumswohnungen sind schon fertig zum Bezug.

Finden Sie weitere Neubauprojekte in Hamburg und Umgebung auf dem neubau kompass.

Das Titelbild zeigt einen Mobility Hub im Objekt Oberbillwerder. Bild: adept