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Hamburgs neuer Stadtteil: So sieht das Konzept für Oberbillwerder aus

Der grüne Loop verbindet in dem entstehenden Oberbillwerder die Stadt mit den Wassergräben der Landschaft.

In Hamburg soll mit Oberbillwerder ein neuer Stadtteil in der Metropole an der Elbe entstehen. Zu dem visionären Stadtteil-Konzept zählen neben fast 7.000 Wohneinheiten auch Kindergärten, Einzelhandel, Gastronomie und ein Schwimmbad sowie soziale Betreuungseinrichtungen. Bislang plätschert in den Entwässerungsgräben auf den grünen Wiesen des geplanten Stadtteils das Wasser vor sich hin. Die Herausforderung besteht darin, die Landschaft mit dem Neubau zu verbinden. Denn in den Wassergräben des anvisierten Wohnareals fließt auch zukünftig das Wasser.Bei der Planung des neuen Stadtteils Oberbillwerder stand die Sicherung der guten Wohn- und Lebensverhältnisse in Hamburg bei gleichzeitiger Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in der Hansestadt im Mittelpunkt, ist auf der Projektwebseite zu erfahren. Hierzu bedarf es zweier, sich ergänzender Strategien: Die Verdichtung im Stadtinneren und die Erweiterung Hamburgs in seinen äußeren Stadtgebieten, hin zu mehr Urbanität. So auch in Oberbillwerder.

Der Hamburger Senat hat, um mehr Wohnraum zu schaffen, 2016 die IBA Hamburg GmbH mit der Entwicklung Oberbillwerders in der ersten Planungsphase (u.a. Masterplan-Entwurf, Kosten- und Finanzierungsplan, Beteiligung der Bürger) beauftragt. Die IBA Hamburg GmbH hat von 2006 bis 2013 die „Internationale Bauausstellung“ (IBA) in Hamburg veranstaltet.

Als städtischer Projektentwickler arbeitet die IBA Hamburg unter dem Leitgedanken „Stadt neu bauen“. Als eine der nach eigenen Angaben größten Stadtentwicklungsgesellschaften Hamburgs trägt sie maßgeblich zum zukünftigen Stadtbild der Metropole Hamburg bei, wie im geplanten Wohnungsbaugebiet des zukünftigen Stadtteils Oberbillwerder.

Oberbillwerder: Hamburgs 105. Stadtteil

Laut IBA Hamburg ist Oberbillwerder mit ca. 124 Hektar Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt. Gewünscht sind lebendige Nachbarschaften mit vielseitigen Angeboten für Wohnen, Arbeit, Bildung, Kultur, Freizeit und Sport sowie Erholung. Mit der Konzeption des zukünftigen 105. Hamburger Stadtteils ergibt sich die Chance, zusätzlich zu einem vielfältigen Wohnungsangebot neue, attraktive Arbeitsstätten für die Bürger zu schaffen. Oberbillwerder soll unterschiedliche Menschen ansprechen: Wohnungen für Studenten und Familien, barrierefreie Wohnungen, Eigentums- und Mietwohnungen sowie Angebote für Baugemeinschaften.

Modellstadtteil „Active City“

Knapp 7.000 Wohneinheiten sollen in Hamburg-Oberbillwerder entstehen. Zudem 4.000 bis 5.000 Arbeitsplätze, zum Beispiel in sozialen Berufsfeldern. Geplant ist ein Schulcampus mit einem Gymnasium und zwei Grundschulen. Ebenfalls sind jeweils bis zu 14 Kindertagesstätten und soziale Einrichtungen geplant. Oberbillwerder soll im Bezirk Bergedorf entstehen, nördlich der S-Bahn-Station Allermöhe und östlich angrenzend an Bergedorf-West. Oberbillwerder wird als Modellstadtteil „Active City“ konzipiert und entscheidend durch die Themen Gesundheit, Ernährung und Sport geprägt.

Siegerentwurf: „The Connected City“

Im Mai 2018 hat das Beratungsgremium mit einem Votum von 18:2 Stimmen den Siegerentwurf „The Connected City“ gewählt: das dänisch-niederländisch-deutsche Planungsteam ADEPT ApS (Kopenhagen/Dänemark) mit Karres+Brands Landschapsarchitecten BV (Hilversum/Niederlande) & Transsolar Energietechnik GmbH (Büros u.a. in München und Stuttgart, Projektbeispiel: „spezifisches Raumklima- und Fassadenkonzept“ für die Elbphilharmonie in Hamburg).

Stadtstruktur greift Entwässerungsgräben auf

Der Siegerentwurf „The Connected City“ fügt sich in die bestehende Landschaftsstruktur aus linearen Entwässerungsgräben ein. Die Wassergräben schlängeln sich durch den neuen Stadtteil und prägen das öffentliche Bild der skizzierten Stadtstruktur.

Das Planerteam schlägt an der S-Bahn-Station Allermöhe eine gläserne Markthalle vor, an die sich das Bahnquartier mit einem kommerziellen Zentrum anschließt. Hier finden sich Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomieangebote sowie ein Schwimmbad, welches fußläufig von der S-Bahn erreichbar ist. Alle öffentlichen Funktionen wie Schulstandorte und Kitas sind entlang einer grünen Schleife angeordnet und können ohne Auto erreicht werden.

Während die Bau- und Nutzungsdichte an der S-Bahn-Station deutlich höher ist, nimmt sie zum landschaftlich geprägten Stadtrand deutlich ab. Hier entstehen Kleingartenanlagen, Townhouses und naturnahe Spielplätze, die einen behutsamen Übergang in die historische Kulturlandschaft Billwerders ermöglichen. Im Osten entsteht ein großzügiger Aktivitätspark als öffentliche Sportanlage, im Westen ein blauer Sportpark, der bei Starkregenereignissen geflutet werden kann.

Zur Reduzierung des Verkehrs sind an mehreren Orten Mobilitätsstationen und zentrale Stellen zur Anlieferung von Waren und Paketen vorgesehen. Am S-Bahnhof Allermöhe sind neue Bike & Ride-Abstellmöglichkeiten geplant. Der Kfz-Verkehr wird über eine Haupt-Ringstraße geführt und über drei Anbindungen an das vorhandene Straßennetz angeschlossen. Öffentliches und privates Parken ist in mehreren Quartiersgaragen vorgesehen. Dadurch werden das Zentrum und viele Teilquartiere vom motorisierten Verkehr entlastet.

Bezirk bettet sich in Landschaft ein

Arne Dornquast, der Bezirksamtsleiter von Bergedorf, fasst zusammen: Der Siegerentwurf für Oberbillwerder sei eine Vision von hoher Qualität für die Zukunft Bergedorfs. Er zeige, dass sich der Bezirk mit Augenmaß und in all seiner Vielfalt weiterentwickeln und in die wertvolle Landschaft einbetten könne, ohne sie zu zerstören. Die Erfordernisse der besonderen Marschlandschaft (Schwemmland) wurden genauso berücksichtigt, wie die Verbindung zu den benachbarten Quartieren. Diese Vision des Siegerentwurfs zeige, dass ein Zusammenspiel von städtischer Struktur in einem landschaftlich hochwertigen Gebiet sehr gut gelingen könne. In Oberbillwerder entstehe ein Quartier der Zukunft mit Strahlkraft für Bergedorf und die Stadt Hamburg.

Aus dem gekürten Siegerentwurf wird bis Ende 2018 der Masterplan Oberbillwerder entwickelt. Insgesamt ist mit einer Entwicklungszeit Oberbillwerders von voraussichtlich 15 bis 20 Jahren zu rechnen, teilt die IBA Hamburg mit. Visionär ist Oberbillwerder bereits heute als Konzept auf dem Papier.

Fünf Kilometer trennen den künftigen Stadtteil Oberbillwerder von dem derzeitigen Neubau-Vorhaben „Im Mohnblumengarten“. In Lohbrügge errichtet die DEIN-HAUS Gesellschaft für Projektentwicklung mbH fünf gehobene Stadthäuser mit umgebenen Naturumfeld.

Aktuelles Neubau-Vorhaben in Hamburg: „Im Mohnblumengarten“. Die DEIN-HAUS Gesellschaft für Projektentwicklung mbH errichtet 5 Stadthäuser in Naturnähe (Bild: DEIN-HAUS Gesellschaft für Projektentwicklung mbH).

Aktuelles Neubau-Vorhaben in Hamburg: „Im Mohnblumengarten“. Die DEIN-HAUS Gesellschaft für Projektentwicklung mbH errichtet 5 Stadthäuser in Naturnähe (Bild: DEIN-HAUS Gesellschaft für Projektentwicklung mbH).

Aktuelle Neubau-Vorhaben in Hamburg finden Sie auf dem neubau kompass.

Titelbild: ADEPT ApS mit Karres en Brands Landschapsarchitekten b.v. & Transsolar Energietechnik GmbH