Neubaugebiete in Hamburg
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Serie Neubau-Quartiere in Hamburg (Teil 2): Wann wird ein Quartier lebendig?

In Teil 2 der Serie zu neuen Stadtquartieren in der Hansestadt geht es heute um die Frage „Was macht ein Neubau-Quartier lebendig?“ Wann fangen Menschen an, sich in der Ansiedlung hochmoderner neuer Häuser wirklich wohl zu fühlen und welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen sein? Denn es soll neue Stadtquartiere in Deutschland geben, die nach Ansicht ihrer Bewohner zu toten Betonburgen geworden sind. Orte, wo Menschen existieren, aber weniger leben können.

Zugegeben: bis ein Quartier ein „Hot Spot“ für sein Umfeld wird, braucht es vor allem eines: Zeit. Quirlig wird es nicht von heute auf morgen. Dennoch gibt es Rahmenfelder, die zu „bunten“ und beliebten Neubau-Quartieren einiges beitragen können.

Das Neubauprojekt "YOKO HafenCity Hamburg". Mit der für das Quartier typischen Backsteinfassade.

Das Neubauprojekt „YOKO HafenCity Hamburg“. Mit der für das Quartier typischen Backsteinfassade.

Zum Beispiel ist eine Mischung aus Gewerbe und Wohnraum in Kombination mit Wohneinheiten für unterschiedlichste Lebensbedürfnisse schon mal nicht schlecht. Wo alt und jung zusammen lebt, „knallt“ es zwar mitunter eher, für die Vielfalt in einem Neubau-Quartier ist die gesunde Mischung jedoch wichtig. Läuft es gut, dann knüpfen ältere Menschen Kontakt zu jungen Familien und beide Gruppen können sich gegenseitig bereichern.

Privatsphäre und Gemeinschaft im Neubau-Quartier

Auch wenn das Etablieren einer lebendigen Atmosphäre ein zentrales Anliegen von Stadtplanern und Architekten ist, kommt es gerade in der heutigen Zeit auf eine ausgewogene Mischung aus Privatheit und Gemeinschaft an. Und glaubt man Architekten, so ist das derzeit eine der größten Herausforderungen beim Errichten eines Neubau-Quartiers. Zum einen ist der Mensch ein soziales Wesen, das Orte der Gemeinschaft sucht und oft gerne in Kontakt zu seinesgleichen tritt – andererseits jedoch ist gerade in den eigenen vier Wänden Privatsphäre ein absolutes Muss.

Es geht also darum, einen Gemeinschaftsgarten oder Innenhof anzulegen, der Rückzugsort und Erholungspol ist, aber auch dazu dient, dass die Bewohner miteinander in Kontakt treten. Auch sollte die Gemeinschaftsfläche nicht zu dicht an Terrassenwohnungen anschließen, damit deren Bewohner wiederum nicht das Gefühl haben, in ihrer Privatsphäre gestört zu werden. Um eine ausgewogene Mischung herzustellen, sind auch Sharing-Konzepte mit Gemeinschafts-Dachterrassen zusätzlich zum eigenen Balkon oder eben der eigenen Terrasse gerade sehr beliebt.

Bezogen auf das Gesamt-Quartier hat sich herausgestellt, dass in den vergangenen Jahren gerade die Neubau-Quartiere erfolgreich bestehen konnten, wo sich kleine Läden und Restaurants angesiedelt haben. Diese dürfen allerdings nicht zu groß sein, sondern müssen Raum für Begegnung bieten. Es gibt Quartiere in Deutschland, zum Beispiel der „Ackermannbogen“ in München, wo gezielt „Tante Emma Läden“ an zentralen Plätzen entstanden, in denen die Bewohner miteinander ins Gespräch kommen.

Gar nicht leicht: der Mix aus Wohnen und Gewerbe

Was macht Eimsbüttel, Winterhude und Altona so beliebt? Das ist vorwiegend die Mischung aus Gewerbe, Gastronomie und Wohngebäuden unter besonderer Beachtung der Anordnung der einzelnen Gebäude. Es nützt nichts, wenn der Gewerbekomplex am Rand entsteht und die Wohnbereiche einen eigenen kleinen Planeten im Viertel bilden. Dank moderner Schallschutzmaßnahmen sollte es heute möglich sein, diese Bereiche miteinander zu vernetzen und dabei nicht auf Kitas, Schulen und Cafés in der Nachbarschaft zu verzichten.

Baunutzungsverordnungen sind oft im Weg

In Deutschland haben es Stadtplaner mit der Durchmischung von Wohnquartieren noch nicht so leicht: die Baunutzungsverordnung sieht vor, dass es in einem Viertel eine klare Trennung zwischen Gewerbe und Wohnen geben muss. Bauträger und Stadtplaner setzen sich dafür ein, dass sich hier in der näheren Zukunft etwas ändern wird. Ein Beispiel für die gelungene Mischung aus beiden Elementen ist derzeit die Hamburger HafenCity.

Paradebeispiel HafenCity

Hier finden Sie innovative Architektur, Wohnkonzepte für individuelle Bedürfnisse, Geschäfte, Gastronomie und einen großen Gewerbekomplex in Reinform: den Hamburger Hafen. Die HafenCity gilt als Bravourleistung bei Stadtplanern, aber was viele nicht wissen ist, dass es von Vorneherein einen entscheidenden Vorteil gab. Die Stadt hat lange vor Planungsbeginn bereits alle Grundstücke des Entwicklungsgebietes für sich gekauft und hatte im Anschluss freie Hand beim Festlegen und Gestalten der einzelnen Nutzungsbereiche. So konnte in Ruhe geplant werden, Investoren hatten nicht das Sagen, sie mussten sich nach den städtischen Vorgaben richten.

Und nicht zuletzt hat die Stadt bei der Entwicklung des Quartiers Geduld bewiesen. Galt das Gesamtprojekt zunächst als Experiment, die Quadratmeterpreise waren entsprechend niedriger angesiedelt, so hat sich innerhalb von wenigen Jahren bereits der Wert von Eigentums-Immobilien in der HafenCity mehr als verdoppelt. Momentan kosten Eigentumswohnungen im Durchschnitt bis zu ca. 5.600 EUR/m², ein exklusives Penthouse bringt es zuweilen auch auf ca. 13.000 Euro.

Wer in diesem Quartier eine Eigentumswohnung erwirbt, kann von sehr guten Wertsteigerungspotenzialen ausgehen. Es sieht sogar so aus, als ob die teuerste Hamburger Neubauwohnung zurzeit in der HafenCity entsteht. Das Dachgeschoss der Elbphilharmonie soll für ca. 27.000 Euro angeboten werden. So wird zumindest derzeit spekuliert.

Ein Neubauprojekt in der HafenCity bietet zum Beispiel Grossmann & Berger an: Bei YOKO –HafenCity Hamburg wurde bereits Richtfest gefeiert. Lesen Sie hier mehr über dieses Projekt:

Aktuelle Neubauprojekte in Hamburg und im Großraum finden Sie auf dem neubau kompass.

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